30. Rock'n'Roll EDP Lisboa Maratona 2015
18
. Oktober 2015

5. Marathon (3): Km 30 bis 42,195

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Avenida Ribeira das Naus
Cais do Sodré
11.25 Uhr / Km 30,5

Drei Minuten Fußweg und ich wäre in der Unterkunft gewesen. Da ich aber schon ausgecheckt hatte, hätte mir das auch nicht geholfen.

Avenida Ribeira das Naus
Cais do Sodré
11.26 Uhr / Km 30,6

Vorbei ging es an der Estétua do Duque da Terceira.

Avenida Ribeira das Naus
11.27 Uhr / Km 30,8

Nachdem ich wieder etwas Zeit mit Fotos vertrödelt hatte, machte ich mich an die Verfolgung des Zeitläufers für Vier-Stunden-Läufers.

Avenida Ribeira das Naus
11.27 Uhr / Km 30,9

Zurück am Tejo.

Avenida Ribeira das Naus
11.27 Uhr / Km 30,9

Kontakt an die Gruppe um den Vier-Stunden-Läufer hatte ich aufgenommen.

Avenida Ribeira das Naus
11.27 Uhr / Km 30,9
Avenida Ribeira das Naus
11.28 Uhr / Km 31,0

Und während ich immer näher und näher kam wurde die Beine immer schwerer und schwerer.

Avenida Ribeira das Naus
11.28 Uhr / Km 31,0

Es war vertrackt. Da lief alles so gut und dann kommt der Vier-Stunden-Läufer ins Spiel und plötzlich geht gar nichts mehr.

Praça do Comércio
11.29 Uhr / Km 31,1

Die Umgebung war für eine Schwächeperiode denkbar ungeeignet. Es ging über Lissabons Zentralplatz, den Praça do Comércio mit dem großen Arco Triunfal da Rua Augusta.

Praça do Comércio
11.29 Uhr / Km 31,1

Auch auf dem Platz die Estátua de D. José I.

Praça do Comércio
11.29 Uhr / Km 31,2
Praça do Comércio
11.29 Uhr / Km 31,2

Und hier waren dann auch all die Zuschauer, die man auf den bisherigen Kilometern kaum gesehen hatte.

Praça do Comércio
11.29 Uhr / Km 31,2
Rua Áurea
11.31 Uhr / Km 31,5

Zwei Kilometer lang ging es durch die Innenstadt von Lissabon. Da konnte kan sich an den Prachtbauten am Straßenrand kaum statt sehen.

Rua Áurea
11.31 Uhr / Km 31,6

Rua de Santa Justa
Rua Áurea
11.32 Uhr / Km 31,7

Wenn man im richtigen nach links guckte, sah man kurz den Elevador de Santa Justa, den Fahrstuhl rauf in die Oberstadt Chiado.

Praça Dom Pedro IV
11.33 Uhr / Km 31,8

Nun kam der nächste große Platz Lissabons. Der Praça Dom Pedro IV, oder kurz Rossio. Mit der Estátua de Dom Pedro IV.

Praça Dom Pedro IV
11.34 Uhr / Km 32,0

Am Nordende des Rossio das Teatro Nacional D. Maria II.

Praça Dom João da Câmara
11.34 Uhr / Km 32,0

Das schmucke Gebäude links ist ein Bahnhof. Die Estação de Caminhos de Ferro do Rossio. Rechts daneben steht das Hotel Avenida Palace.

Praça Dom João da Câmara
11.34 Uhr / Km 32,0

Blick voraus der Praça dos Restauradores mit der Säule, dem Monumentos dos Restauradores.

Praça Dom João da Câmara
11.34 Uhr / Km 32,0
Praça Dom João da Câmara
11.34 Uhr / Km 32,1

Kurz vor dem Praça dos Restauradores die Wende.

Praça Dom João da Câmara
11.35 Uhr / Km 32,2
Praça Dom Pedro IV
11.35 Uhr / Km 32,1

So kamen wir zurück zum Rossio.

Praça Dom Pedro IV
11.35 Uhr / Km 32,1

In der Mitte des Platzes die Estátua de Dom Pedro IV, dazu zwei Brunnen.

Praça Dom Pedro IV
11.35 Uhr / Km 32,2

Und natürlich auch wieder das Teatro Nacional D. Maria II.

Praça Dom Pedro IV
11.35 Uhr / Km 32,2
Praça da Figueira
11.36 Uhr / Km 32,4

Und noch ein großer Platz. Von den gerade besuchten vieren aber der kleinste.

Praça da Figueira
11.36 Uhr / Km 32,4

Oben auf dem Berg das Castelo de São Jorge.

Rua da Prata
11.38 Uhr / Km 32,7

Vorbei an der Paróquia de São Nicolau.

Rua da Prata
11.38 Uhr / Km 32,7

Ich war inzwischen völlig am Ende, hatte das Tempo reduziert und wollte mich nur noch durch die Innenstadt retten.

Rua da Prata
11.38 Uhr / Km 32,8

In der Vorwoche hatte ich es in Budapest bis Kilometer 33 geschafft. Soweit wollte ich es in Lissabon auch schaffen.

Praça do Comércio
11.40 Uhr / Km 32,9

Naja... in Budapest kam mir ein schmerzendes Bein in die Quere, hier war es totale Erschöpfung.

Praça do Comércio
11.40 Uhr / Km 32,9

Erschöpfung und auch ein wenig Vernunft. Mit einer nicht ganz überstandenen Erkältung in den Knochen sollte man sich ja auch nicht total verausgaben.

Praça do Comércio
11.40 Uhr / Km 32,9

Eigentlich sollte man damit auch gar nicht erst einen Marathon laufen, aber das nur so am Rande.

Praça do Comércio
11.40 Uhr / Km 32,9

Zurück auf dem Praça do Comércio war die Runde durch die Innenstadt zu Ende.

Praça do Comércio
11.40 Uhr / Km 33,0

Ich hatte das Schild mit der 33 erreicht und stellte das Laufen erleichtert ein.

Praça do Comércio
11.40 Uhr / Km 33,0

Und bevor ich weiter ging konnte ich ja noch ein paar Fotos machen.

Praça do Comércio
11.40 Uhr / Km 33,0
Praça do Comércio
11.41 Uhr / Km 33,0

Blick zurück durch die Rua da Prata bis zum Praça da Figueira.

Praça do Comércio
11.41 Uhr / Km 33,0

Da ging meine Hoffnung auf eine erneute Zeit unter vier Stunden dahin.

Praça do Comércio
11.41 Uhr / Km 33,0

Noch ein Blick zurück zum Arco Triunfal da Rua Augusta, dann setzte ich den Marathon gehend fort.

Avenida Infante Dom Henrique
11.42 Uhr / Km 33,1

Es dauerte etwas, aber ich fand ich Gehtempo.

Avenida Infante Dom Henrique
11.43 Uhr / Km 33,3

Im Hintergrund die Igreja Santo António de Lisboa. Ich nahm es erstaunlich locker, daß es schon jetzt nicht mehr lief. Bis ins Ziel würde ich so noch anderthalb Stunden benötigen.

Avenida Infante Dom Henrique
11.47 Uhr / Km 33,8

Und dann passierte etwas ganz erstaunliches. Also etwas, was sogar für mich nach 155 Marathons noch erstaunlich war.

Hier wurde das Feld des Halbmarathons bei deren Kilometer 12,7 auf den Marathonkurs geführt. Und schon konnte ich wieder laufen.

Avenida Infante Dom Henrique
11.47 Uhr / Km 33,8

Von quasi Tod zu absolut lebendig in nur 100 Metern.

Avenida Infante Dom Henrique
11.48 Uhr / Km 34,0

Und schon wurden schnell die Rechenschieber aus den Taschen gekramt. Was war jetzt zu laufen, um am Ende doch unter vier Stunden zu bleiben?

Ich hätte weniger rechnen und mehr auf die Getränke achten sollen, dann hätte ich statt Wasser bestimmt auch Iso gefunden. Trotz des großen Getümmels.

Avenida Infante Dom Henrique
11.50 Uhr / Km 34,3

Im Hintergrund die Kuppel des Panteão Nacional.

Avenida Infante Dom Henrique
11.52 Uhr / Km 34,6

Ich hing mich nun an die Halbmarathonläufer heran, obwohl sie mir eigentlich ein wenig zu schnell waren.

Avenida Infante Dom Henrique
11.52 Uhr / Km 34,7

So um die 5:40 Min/Km müßte ich laufen, um noch unter vier Stunden ins Ziel zu kommen. Das war auch schon zuvor das notwendige Durchschnittstempo, aber nun taten die Beine weh und ich war völlig ausgelaugt.

Avenida Infante Dom Henrique
11.55 Uhr / Km 35,1

Kilometer 35 bei 3:18:14 Stunden. Irgendwie das Tempo halten, dann könnte es noch klappen.

Die 31:05 Minuten für die siebten fünf Kilometer waren wegen der Gehpause wenig aussagekräftig. Von den knapp drei Minuten, die ich bei Kilometer 30 noch Vorsprung auf den Vier-Stunden-Schnitt hatten, waren knapp drei Minuten verloren gegangen.

Avenida Infante Dom Henrique
11.56 Uhr / Km 35,2

Wir liefen nun immer weiter ins Hafengebiet hinein. Das war mir schon am Anfang klar gewesen, daß es nach Kilometer 34 langweiliger werden würde.

Avenida Infante Dom Henrique
11.57 Uhr / Km 35,4

Aber dafür hatte ich ja nun den Kampf gegen die Zeit und die Strecke bot ganz neue Aspekte.

Avenida Infante Dom Henrique
11.57 Uhr / Km 35,4

Auch wenn es den ganzen Lauf über nicht regnete, gab es hier in der Ecke einige spektakuläre Pfützen. Da lief man entweder durch oder kompliziert drum herum.

Ich entschied mich für die langsamere und trockene Variante.

Avenida Infante Dom Henrique
12.00 Uhr / Km 36,0

Nachdem ich bei Kilometer 34 am Verpflegungsstand nur Wasser abbekommen hatte, klaubte ich mir nun eine Flasche Iso vom Boden auf. Das war zwar durchaus riskant, aber nun ging es um vier Stunden oder nicht vier Stunden.

Avenida Infante Dom Henrique
12.04 Uhr / Km 36,6

Ich hätte nicht so viel aus der Flasche trinken sollen. Nun lief ich erst einmal mit Blubberbauch. Aber auch das ging vorbei.

Avenida Infante Dom Henrique
12.06 Uhr / Km 37,0

Ziemlich genau bei 3:30:00 Stunden passierte ich den Kilometer 37.

Avenida Infante Dom Henrique
12.06 Uhr / Km 37,1

Positiv gerechnet hielt ich das notwendige Tempo.

Avenida Infante Dom Henrique
12.07 Uhr / Km 37,2

Negativ gerechnet hatte ich seit Kilometer 33,8 noch nicht einmal die Hälfte der Strecke bewältigt.

Avenida Infante Dom Henrique
12.09 Uhr / Km 37,6

Das tat nun schon ziemlich weh. Da war auch keine Kraft mehr, sich an irgend jemanden dran zu hängen. Jetzt lief ich nur noch für mich.

Avenida Infante Dom Henrique
12.11 Uhr / Km 38,0

Noch ein Kilometer war geschafft. Und noch immer hielt ich das Tempo.

Praça 25 de Abril
12.13 Uhr / Km 38,3

Dieses seltsame Gebilde ist das Monumento aos Construtores de Cidade. Ein Denkmal für die Bauherren der Stadt.

Rua Cintura do Porto
12.15 Uhr / Km 38,6

Im Hintergrund war nach längerer Zeit auch mal wieder der Fluß Tejo zu sehen.

Rua Cintura do Porto
12.15 Uhr / Km 38,7
Rua Cintura do Porto
12.16 Uhr / Km 38,8

Dieses Mal paßte ich auf und schnappte mit eine Flasche mit Iso.

Rua Cintura do Porto
12.17 Uhr / Km 39,0

Der Vier-Stunden-Läufer. Jetzt war er definitiv zu langsam unterwegs.

Rua Cintura do Porto
12.18 Uhr / Km 39,2

Noch einmal ließ ich mich von ihm aber nicht aus der Ruhe bringen. Jetzt war ich mein eigener Vier-Stunden-Läufer.

Avenida Marechal Gomes da Costa
12.20 Uhr / Km 39,5

Nun kamen wir dem EXPO-Gelände immer näher.

Rotunda Expo 98
12.21 Uhr / Km 39,7
Alameda dos Oceanos
12.23 Uhr / Km 40,0

3:46:56 Stunden nach 40 Kilometern. Das war ganz knapp noch im Plan. Vier Sekunden, um es genau zu sagen.

28:42 Minuten für die fünf Kilometer zuvor. Das war knapp zu langsam, aber bisher hatte ich auch eher in Minuten als in Sekunden gerechnet.

Alameda dos Oceanos
12.23 Uhr / Km 40,1

Nicht übermütig werden, nicht an Tempo verlieren. Genau so könnte es noch klappen.

Avenida Ulisses
12.26 Uhr / Km 40,6

Aber jetzt wurde es noch einmal hügelig. Dazu gab es Kreisel und Kurven. Alles nicht wirklich hilfreich. Ich kam aber auch da durch.

Avenida Dom João II
12.27 Uhr / Km 40,7

Wie viel Zeit mochte das gekostet haben? Ging da noch etwas?

In den fünf Tagen vor dem Marathon war konnte ich wegen Erkältung keinen Meter laufen. Am Vortag hatte ich eine chaotische 18-stündige Anreise gehabt. Noch bei Kilometer 33 war ich klinisch tot. Und jetzt?

Avenida Dom João II
12.29 Uhr / Km 41,0

Wiederholte sich nun das Budapester Doppel-Wunder aus der Vorwoche? Erst Spitzenwetter obwohl der Wetterbericht nur Regen angekündigt hatte. Und trotz Gehpause eine Zeit unter vier Stunden.

Avenida Dom João II
12.30 Uhr / Km 41,2

Gut sieben Minuten für die letzten 1,195 Kilometer. Warum mußte es jetzt so eng werden auf der Straße?

Avenida Dom João II
12.30 Uhr / Km 41,3

Wir erreichten die Estação Oriente, die Metro-Station der EXPO 1998, mit dem daran angeschlossenen Centro Comercial Vasco Da Gama.

Avenida Dom João II
12.30 Uhr / Km 41,3

Hier war ich am Abend zuvor noch herumgeirrt und hatte verzweifelt die Marathon-Messe gesucht.

Avenida Dom João II
12.31 Uhr / Km 41,4

Jetzt war hier richtig gute Stimmung. Das erste Mal. daß an der Strecke richtig fette Party war.

Avenida Dom João II
12.31 Uhr / Km 41,4
Avenida Dom João II
12.31 Uhr / Km 41,4

Jetzt aber galt es zu laufen, was die Beine hergaben. Ich wollte am Ende nicht wegen eines unglücklich falsch gestellten Kilometerschildes scheitern. 

Avenida Dom João II
12.31 Uhr / Km 41,4

Es wäre nicht mein erster Marathon mit am Ende sehr langen 2,195 Kilometern gewesen.

Avenida Dom João II
12.32 Uhr / Km 41,5

Nun wurden Halbmarathon und Marathon getrennt.

Avenida Dom João II
12.32 Uhr / Km 41,5

Wirklich mehr Platz auf der Straße brachte das aber nicht.

Rua do Mar Vermelho
12.33 Uhr / Km 41,7

Die Uhr lief und lief und lief. ich auch. Der Kilometer 42 hätte nach der Karte schon eine Kurve zuvor passiert worden sein. Aber da stand nichts. Es wäre auch etwas früh gewesen. Jedenfalls gemessen am Standort von Kilometer 41...

Alameda dos Oceanos
12.34 Uhr / Km 41,8

So kann man auch Spannung erzeugen. Als wenn es nicht schon spannend genug war.

Alameda dos Oceanos
12.34 Uhr / Km 41,9

Was für ein Finale. Jetzt auch noch Kopfsteinpflaster mit zum Teil tiefen Löchern drin. Und kein Platz auf der Strecke, weil nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Streckenposten drauf herum standen.

Alameda dos Oceanos
12.35 Uhr / Km 42,0

Endlich kam dann das Ziel in Sicht. So endlos lang war die Zielgeraden auf dem Plan nicht. Ich sage es ja immer, daß man sich auf die Pläne und Kilometerschilder nicht verlassen kann.

Alameda dos Oceanos
12.35 Uhr / Km 42,1

Was waren das noch? 100 Meter oder so. Da sprang die Uhr auf 3:59 Stunden.

Alameda dos Oceanos
12.35 Uhr / Km 42,15

Und JETZT konnte ich auch endlich sicher sein, daß ich das zwischenzeitlich für unmöglich gehaltene am Ende doch noch geschafft hatte.

Alameda dos Oceanos
12.35 Uhr / Km 42,17

Definitiv ein Beweis dafür, was alles möglich ist, wenn Wille und Motivation gemeinsam arbeiten.

Foto: Marathon-Foto

Alameda dos Oceanos
12.35 Uhr / Km 42,19

Die Serie der drei Auslands-Oktober-Marathons sollte halten, die Halbmarathon-Läufer haben geholfen und am Ende wollte ich es auch der Fluggesellschaft TAP zeigen, die mich am Vortag in eine Anreise-Odyssee geschickt hatte, weil sie mich eiskalt aussortiert und nicht mitnehmen wollte.

FUCK YOU TAP !!!

Für eine Fluggesellschaft ein skandalöses Verhalten, am Ende für mich aber eine gute Motivation.

Foto: Marathon-Foto

Alameda dos Oceanos
12.35 Uhr / Km 42,194

Das Gesicht sagt doch alles, was in den vergangenen fast vier Stunden passiert war.

Foto: Marathon-Foto

Fortsetzung:
6. Nach dem Marathon

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