22. Conergy-Marathon Hamburg 2007
29. April 2007

Ehrensache, daß ich auch 2007 bei meinem Heimmarathon wieder an den Start ging. Die Vorfreude konnte schon am 23.12.2006 starten. Da bekam ich die Teilnahmebestätigung mit MEINER Startnummer  11088! Da konnte ja nichts mehr passieren. :-)

Geradezu dramatisch war die Wettersituation. Noch vier Tage vor dem Start prophezeiten die Wetterfrösche bis zu 30°C am Lauftag. Nur zwei Wochen zuvor war der Rotterdam-Marathon wegen zu großer Hitze abgebrochen worden. Und wie war das Wetter nun tatsächlich? Am Samstag noch 23°C und am Sonntag dann 14°C!!! Die Höchsttemperatur bei strahlendem Sonnenschein. Da wurde Hamburg echt von der Wetterfee geknutscht. 

 

Der Elch-Runner
Die Idee hatte ich schon viele Jahre, aber erst jetzt setzte ich sie um. Zu gefährlich schien es mir, mit Kostüm zu viel Zeit und dann die Medaille zu verlieren. Mit meinen neuen Bestzeiten traute ich mich dann doch.
Das Fell bei eBay gekauft und dann zwei Wochen Schneiderarbeit und schon war der Elch fertig. Die Probe fand erst Freitag vor dem Lauf um 22.50 Uhr statt. Und es klappt prima. Dank langer Laufhose und langem Funktionsshirt spürte ich nichts.
(Fotos: T.Panzau / Kay Fronzek / Erwin / T. Panzau (v.l.n.r.)) 

 

Freitag, 27.April 2007
Hamburg-Messe

Vielleicht zu  letzten Male in den Halle 9 bis 12: die Marathon- Messe. Derzeit wird an der Messe ja massiv gebaut. Dies sind die letzten noch verbliebenen "alten" Hallen.

Freitag, 27.April 2007
Hamburg-Messe

Auch dabei ein Stand vom Chicago- Marathon, der am 7. Oktober 2007 den Höhepunkt meines Laufjahres darstellen wird. Hier am Fernsehen konnte ich die 26,2 Meilen schon einmal in Zeitraffer miterleben.

Samstag, 28.April 2007
Hamburg-Messe

Pasta-Party. Es war das erste Mal, daß ich in Hamburg die Pasta-Party mitgemacht habe. Und ob ich noch einmal € 5,50 für so ein paar Nudeln plus Brötchen bezahlen, muß ich mir doch noch stark überlegen.

Sonntag, 29. April 2007, 7.25 Uhr
Hindenburgstraße, Alsterdorf

Die Ruhe vor dem Sturm.

Circa drei Stunden noch bis hier die ersten Läufer vorbeirasen werden. Und circa fünf Stunden, bis ich dann auch kommen würde.

8.58 Uhr / Messe-Halle B6

In der neuen Riesenhalle ist mehr als genug Platz für die Kleiderbeutel aller Läufer. Letztere holten sich auf dem Bauplatz vor der Halle alle staubige Füße.
Und auch bemerkenswert: Was die Anzahl der Toilettenhäuschen an- geht, hat man mächtig aufgestockt. Praktisch keine Wartezeiten. Da hat man wohl meinen Seitenhieb im Bericht vom Elbtunnel-Marathon 2007 gelesen. :-) 

9.09 Uhr / Gorch-Fock-Wall

Die Minuten vor dem Start. Das Hauptfeld ist schon um 9.00 Uhr gestartet, der Block G rechts von uns um 9.05 Uhr. Wir haben noch sechs lange Minuten, um uns selbst zu finden.

9.16 Uhr / Gorch-Fock-Wall

Die Konzentration vor dem Lauf.

Kurz nach dem Startschuß. Vorne geht es schon los. Etwas weiter hinten im Startblock L sind es noch ein paar Sekunden, ehe es auch hier losgeht.

(Foto: Martin Schmitz
www.laufen-aktuell.de

9.24 Uhr / Kilometer 1,5
Reeperbahn

Endlich auf der Strecke. Endlich den Jubel der Leute in den Ohren. Für mich ging es diesmal nicht so sehr um die Zeit, sondern nur darum, im Elch-Kostüm anzukommen und den Lauf zu genießen. Zur Sicherheit verordnete ich mir ein strenges Tempolimit von 6:40 Minuten pro Kilometer.  

9.38 Uhr / Kilometer 4
Holländische Reihe (glaube ich)

So sieht das also aus, wenn einer im Elch-Kostüm rennt. Verwirrend für mich war, daß mich viele Leute als "Hase" erkannten und mich auch so riefen. Ha(a)se ist doch meine Nachname, der im Gegensatz zu meinem Vornamen nicht auf der Startnummer abgedruckt war. Die Lösung: kurz vor mir lief tatsächlich einer im Hasen-Kostüm und mein Geweih rutschte immer wieder zu weit nach hinten.

(Foto: Rainer Prestin) 

10.02 Uhr / Kilometer 7
Elbchaussee

So viele Leute wie an jenem Tage standen noch nie an der Strecke. von 750.000 war die Rede. Selbst hier, wo man sonst mal so ganz unbeobachtet ins Gebüsch huschen kann, standen nun überall Leute. Zu dumm... aber die Blase war dann doch schwächer als der Anstand.

10.25 Uhr / Kilometer 10
Palmaille

Kurz hinter der Verpflegungsstelle geht es frisch gestärkt weiter. Nach der Pinkelpause lag ich etwas hinter dem gewünschten Temposchnitt, aber ich ließ mich nicht aus der Ruhe bringen, lief mein Tempo weiter und freute mich, daß mir das Kostüm so wenig Mühe machte.

10.28 Uhr / Kilometer 10,5
Breite Straße

Hier ging es runter zum Fischmarkt, wo traditionell einer der lautesten Punkte des ganzen Rennens zu finden ist. Da stören auch die recht umfangreichen Absperrungen nicht so sehr.

(Foto: Holger Schvestka)

10.34 Uhr / Kilometer 11,5
St. Pauli Hafenstraße

Ein Blick zurück auf der Feld, welches sich bei bestem Wetter am Hafen entlang schlängelte. Am Start waren noch 9°C, inzwischen 11°C, und es sollten noch 14°C werden. dazu immer ein recht frischer Wind. So für mich im Kostüm eine sehr angenehme Sache. 

10.40 Uhr / Kilometer 12,5
Johannisbollwerk

An den Landungsbrücken wurde ich vom NDR interviewt. Das habe ich auch nur getan, weil ich hoffte, mein Vater würde mich sehen können. Aber natürlich hat der NDR mich nicht auf Sendung genommen. Das hatte ich von dem Laden auch nicht anders erwartet. Zu Hause ist und bleibt N3 ausprogrammiert, wie schon seit 11 Jahren! Nächstes Mal laufe ich einfach weiter. 

(Foto: Ulrich Beyer) 

10.46 Uhr / Kilometer 13,5
Bei den Mühren

Und da überholte ich dann meinen persönlichen Helden: Michel Descombes aus Frankreich, seines Zeichens Läufer-Legende. Er ließ dann sogar ein Foto von sich mit mir machen (!!). Leider hat er es mir bisher nicht zugemailt. Wenn ich ihn beim nächsten Marathon wieder treffen sollte, machen wir das Foto mit meiner Kamera. 

10.49 Uhr / Kilometer 14
Zippelhaus

Eigentlich schade, daß wir immer nur an der Speicherstadt vorbei laufen und nie mitten durch. Mag sein, daß es sich ändert, wenn in ein paar Jahren dahinter die HafenCity fertig gestellt sein wird.

11.01 Uhr / Kilometer 16
Ballindamm

Mir ging es immer noch sehr gut. Ich genoß die Stimmung entlang der Strecke und die Anfeuerungen des Publikums. Die ständige Frage, ob es nicht sehr warm unter dem Fell sei, beantwortete ich regelmäßig mit: "Nein, sehr heiß." 

11.25 Uhr / Kilometer 19
Schöne Aussicht

Der Straßenname paßt hier ja... Ein Engel auf der Straße. Mit seiner Gesichtsmaske hatte er es noch viel schwerer als ich. Am Ende kam er auch erst 80 Minuten nach mir ins Ziel. Aber er kam durch!! 

11.28 Uhr / Kilometer 20
Schöne Aussicht

Der Straßenname paßt ja immer noch. :-) Der Blick nach links auf die Alster und zur Seite sowieso und dann noch nach vorne auf die in Kürze kommende Verpflegungs- stelle. Trinen, trinken und trinken waren die drei wichtigsten Dinge für mich. Denn auch wenn das Wetter bei weitem nicht so heiß war wie befürchtet, schwitzte ich doch ganz schön was aus.

11.34 Uhr / Kilometer 20,5
Herbert-Weichmann-Straße

Lothar Gehrke vom 100 Marathon Club e.V. bei seinem 22. Lauf in Hamburg. Beneidenswert. Er finishte in 5:27:03 Stunden. ich hoffe, 2035 werde ich auch noch solche Zeiten schaffen. 

11.38 Uhr / Kilometer 21,1
Beethovenstraße

Der Halbmarathon war erreicht. 2:22:13 Stunden war ich unterwegs und damit immer noch ein wenig hinter dem geplanten Schnitt. Aber angesichts der vielen Pausen für Fotos von und mit Leuten alles in allem eine sehr gute Zeit, obwohl ich nur bei zwei früheren Marathon an dieser Stelle langsamer war. Aber für mich war es ok. Mir ging es gut und ich hatte ein ausreichendes Zeit-Polster nach hinten.

12.03 Uhr / Kilometer 25
Fuhlsbüttler Straße

Oh je... wieder die "Fuhle". Keine Steigung auf dem Kurs macht mir mehr Angst als diese. Diesmal kam noch erschwerend hinzu, daß hier der Wind weg war und es nun zum ersten Mal richtig heiß unter dem Fell wurde. Aber ich biß mich die Straße hinauf. Es waren auch viel zu viele Leute am Rand, um einfach mit dem Laufen aufzuhören.  

12.07 Uhr / Kilometer 25,3
Fuhlsbüttler Straße

Endlich wieder eine Verpflegungs- stelle. Die wurde jetzt auch dringend notwendig. Wie jedes Mal nahm ich mir ausreichend Zeit zum Trinken und zum Essen. Soviel Zeit muß einfach sein. 

12.23 Uhr / Kilometer 27,7
Hindenburgstraße

4:58 Stunden zuvor war ich hier in die U-Bahn gestiegen und hatte zuvor noch das Foto oben gemacht. Nun war hier der Teufel los. Es war eine von vielen Stellen, wo man wie in einen Trichter hinein lief und dann 50, 100 oder mehr Meter nur noch Menschen dicht an dicht um sich herum hatte. Das absolute Gänsehaut-Feeling. 

12.41 Uhr / Kilometer 30,5
Rathenaustraße

Das sind so die "Kunstfotos", die man nur dank der wahnsinnigen Auslöseverzögerung der Digital- kamera macht. Dies hier entstand kurz hinter der Verpflegungsstelle bei Kilometer 30. ich sah von hinten übrigens genauso verdreckt aus. Wo kommt der Mist bloß her??

12.42 Uhr / Kilometer 30,5
Rathenaustraße

Fröhlich lief ich auch hier nach der kurze Verpflegungspause wieder an. Von Müdigkeit keine Spur. Von Überheblichkeit aber auch nicht. Nie werde ich vergessen, wie ich bei meinem ersten Marathon im Jahr 2000 besonders auf dieser Straße gelitten und vor Krämpfen gezittert habe.  

12.48 Uhr / Kilometer 31,5
Am Hasenberge

Die Partymeile an der nördlichsten Stelle des Kurses. Von hier an geht es "nur" noch in Richtung Ziel. So eine Ecke gibt einem jedes Mal wieder einen Extraschub Kraft. Und die Meter hier verfliegen doppelt so schnell.
Naja... und wenn mich hier am Hasenberge die Leute nicht sofort als Elch erkannt haben, dann ist das verzeihlich. :-)   

 
12.59 Uhr / Kilometer 33
Maienweg

Und wieder eine von diesen vielen netten Verpflegungsstellen, von denen es in Hamburg insgesamt 15 gibt und wo man mich jedes Mal aufs Neue für verrückt erklärte. Für nett verrückt versteht sich. Und immerhin hat keiner mit Bananen nach mir geworfen.

13.03 Uhr / Kilometer 33,5
Maienweg

Falls jemand (warum auch immer) die große Verpflegungsstelle nicht gefunden haben sollte, so hatte er hier bei der kleineren Version eine weitere Chance auf Wasser. So wie dieser kleine Fan standen an vielen Punkten Leute, die einem Wasser oder auch Bier reichten. Und immer war die Stimmung gigantisch.

13.10 Uhr / Kilometer 34,5
Alsterkrugchaussee

Für mich hatte sich nichts geändert. Ich lief weiter ein Tempo von 6:40 Minuten pro Kilometer, wobei ich insgesamt aber etwas hinter dem Schnitt zurücklag. Aber unter fünf Stunden war sicherlich drin und mein Hamburger Rekord von 2006 (4:54:09 Stunden) lag auch noch im Bereich des machbaren. Aber vor allem hatte ich immer noch einen Riesenspaß.   

13.28 Uhr / Kilometer 37,5
Lenhartz-Straße

Noch diese eine Kurve und dann geht es wieder los. Nein, noch nicht der Zielsprint. Am Ziel ist weniger Stimmung. Jetzt kam erst einmal der Eppendorfer Baum mit seiner traditionellen Giga-Party. Mehr Gänsehaut geht wirklich nicht. 

13.29 Uhr / Kilometer 37,5
Eppendorfer Baum

Hier ist noch reine Vorfreude, kurz danach geht es ins Getümmel. Da kommt man nur noch Läufer für Läufer hintereinander durch die Massen. Für Leute, denen die Zeit alles bedeutet, mag das keine so nette Ecke sein. Für uns Genießer ist es einfach nur toll. 

(Foto: Gerhard Loeding)

13.31 Uhr / Kilometer 38
Klosterstern

Der schöne Blick zurück über die Verpflegungsstelle hinweg auf den Eppendorfer Baum. Hier tat man sich doch sehr schwer, mit dem Wasser ein paar Schritte ruhig zu gehen, wenn einen Hunderte von Menschen zum Laufen auffordern. Die meisten Flecken auf dem Fell habe ich mir wohl hier geholt. :-)  

13.37 Uhr / Kilometer 39
Rothenbaumchaussee

Wenn diese Trommler auch schon die ersten Läufer angefeuert haben sollten, dann wäre sie zum Zeitpunkt des Fotos fast drei Stunden aktiv. Das Durchhaltevermögen der Zuschauer ist fast ebenso zu bewundern wie das der Läufer. Alle Zuschauer hätten eigentlich auch eine Medaille verdient.  

13.46 Uhr / Kilometer 40
Rothenbaumchaussee

Die letzte Verpflegungsstelle ist passiert, die letzten Becher auf dem Asphalt plattgetreten. Direkt voraus ist schon der Dammtor-Bahnhof zu sehen. Jetzt noch zwei Kilometer. Und mir ging es immer noch gut. Keine Schwächephase und keine Krämpfe. So rückwirkend gesehen war ich zu langsam angegangen. Langsam aber sicher. Und das war mir im Kostüm wichtiger.    

(Foto: Kay Fronzek) 

13.52 Uhr / Kilometer 41
Gorch-Fock-Wall

Links vom Foto bin ich um 9.18 Uhr ins Rennen gegangen. Nun laufe ich ein paar Meter weiter rechts die letzte Steigung zum Ziel hinauf. Und wie jedes Mal merke ich von dieser Steigung nichts mehr.    

13.58 / Kilometer 42
Karolinenstraße

Geschafft. Statt Endspurt ist feiern angesagt. Ganz langsam laufe ich die letzten Meter bis ins Ziel, lasse mich feiern, feiere mich selbst, klatsche schnell noch den Ansager ab... und fertig. 

14.04 Uhr / Karolinenstraße

4:43:50 Stunden. Den alten Rekord für Hamburg locker um 10 Minuten unterboten. Aber egal. Hinter mir lag ein Riesenspaß im Elch-Kostüm und ein für mich völlig schmerzfreies und problemloses Rennen. Beim nächsten Rennen werde ich dann wieder genauer auf die zeit achten.

(Foto: Thomas Panzau
http://www.pro-wohnen.de)

Ein herzliches Dankeschön an alle meine Fotografen:
 Aaron, Anke, Antje, Bernd, Bettina, Birgit, Christian, Erwin, Gerhard, Heinz, Henrik, Holger,
Ivonne, Jörg, Juan, Karl-Heinz, Kathy, Kay, Martin, Martin, Nicole, Norbert, Rainer, Sabrina,
Thomas, Thomas, Ulrich und Wilfried.

        
Vor dem Lauf, 08.58 Uhr   Nach dem Lauf, 14.06 Uhr

Mehr Informationen zur Veranstaltung auf der offiziellen Homepage:
Homepage des Hamburg Marathon


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